London Gin

Ganz klar ist London die internationale Hauptstadt des Gin. Er ist dort seit Jahrhunderten beheimatet und er wandelte sich an diesem Ort vom ursprünglich holländischen Genever zum Gin.

Und nach wie vor gilt die britische Metropole als Mekka der Wacholder-Spirituose.

Mit modernsten Bars, die sich auf den Brand spezialisiert haben, mit den besten Herstellern und dem „London Gin Club“, wo nur sonntags und montags freie Plätze zu haben sind, weil der Club an diesen Tagen geschlossen hat. Vor allen aber bringt die Stadt eine weltbekannten Gin-Sorte hervor – den London Gin. Auch als London Dry bekannt.

Was zeichnet diesen nun besonders aus? Es ist ein destillierter Gin, der ausschließlich aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen wird. Also aus rein pflanzlichen Stoffen – und außer diesen darf der Brand keine anderen zugesetzten Zutaten mit Ausnahme von Wasser enthalten. Der Mindestalkoholgehalt von London Gin beträgt 37,5 % vol. Dry darf er zusätzlich genannt werden, wenn keinerlei süßende Erzeugnisse beigefügt werden.
Das geht zurück auf eine Eigenart der Engländer Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Qualität ihres Gins so schlecht geworden war, dass sie begannen, ihn sogar mit Zucker und Honig zu süßen.

Als diese Mode wieder verging, gewann der ungesüßte „Dry Gin“ an Popularität. Dabei blieb’s. Weil aber die meisten „Dry Gin“-Produzenten in London sassen, wurde ihr Produkt hin und wieder London Dry Gin genannt. Diese Bezeichnung hat sich bis zum heutigen Tag erhalten. Das Geschmacksbild des London Dry Gin wurde vom Wacholder dominiert, mit einem Touch von Zitrus und einem wurzeligen Finish.

Und während viele der heutigen Hersteller – etwa Tanqueray, Beefeater, Gordon’s, East London Liquor Company – bei dieser Mischung bleiben, sind andere dazu übergegangen mit der London Dry-Methode noch mal ganz andere und weniger traditionell schmeckende Gins zu kreieren. Muss nun dieser Brand aufgrund seines Namens unbedingt in London produziert werden? Die Antwort ist ein ganz klares Nein – diese Gin-Sorte muss noch nicht einmal in England herstellt werden, geschweige denn in ihrer Metropole. Schließlich ist es einfach nur eine Kategorisierung des Gins, die nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist. London Gin ist ohne Zweifel der Premium Gin und setzt mit seiner hervorragenden Qualität höchste Standards, damit Fälschungen ausgeschlossen werden.

Als Highlights unter den London Gins gelten der Tanqueray, dessen Name auf den Gründer der Destillerie, Charles Tanquery, zurückgeht. Es handelt sich um einen sehr trockenen und abgerundeten Brand, der in einer grünen Flasche vermarktet wird. Sein Alkoholgehalt liegt bei 47,3 % vol. Daneben gibt es noch die No. Ten Abfüllung – quasi der jüngere Bruder des Tanquera -, der seit dem Jahr 2000 in einer dekorativen Art-déco-Flasche verkauft wird. Als ein London Gin-Klassiker überzeugt auch der Bombay Sapphire, dessen Wacholdernote eher zurückhaltend ist, mit 47 % vol. Ebenfalls sehr verbreitet ist der Gordon’s, der in verschiedenen Flaschen-Versionen angeboten wird. Neben der originalen grünen Flasche gibt es den Gordon’s in einer ungefärbten Flasche, dessen Aroma intensiver von Zitronengras und Ingwer geprägt ist.

2017-10-18T09:47:54+02:00