Berühmte Gin-Trinker

Es wäre sicher vermessen zu behaupten, dass Gin als Jungbrunnen taugt. Anscheinend hält er aber am Leben. Eine bekennende Gin-Trinkerin war Queen Mum, die kleine, rundliche Mutter unserer heutigen Queen von England.

Diese ist ja auch schon in die Jahre gekommen, doch Queen Mum wurde fast 102 Jahre alt. Und trank jeden Tag ihren Gin – darauf legte sie Wert. Der Konsum des Wacholderschnaps war zu einem regelrechten Ritual geworden: Bereits zur Mittagszeit und vor dem Lunch startete die royale Dame mit einem Cocktail zu einem Teil Gin und zwei Teilen Dubonnet, das Glas verziert mit einem Stück Zitrone oder Orange. Offiziell war der Drink als Zaza Cocktail oder Dubonnet Cocktail bekannt, doch hinter vorgehaltener Hand nannte man ihn nur „The Queen Mother Cocktail“.

Um Punkt 18 Uhr am Abend servierte ihr der Butler einen Martini. Tagaus, tagein, Jahr um Jahr. Die Königin-Mutter war so süchtig nach Gin, dass sie ihren Bediensteten auftrug, jeweils eine Flasche in Hutschachteln zu verstecken, damit sie unterwegs immer nippen konnte. Ohne „etwas Kleines“ zwischendurch, gestand sie einmal, könne sie ihre vielen königlichen Pflichten gar nicht durchstehen.

Eine andere Anekdote erzählt, dass die alte Dame auf einem Termin erbost war über den frechen Gastgeber. Anstatt ihr nämlich den üblichen Tee anzubieten, deutete er auf ein Glas und wagte zu sagen: „Ich habe gehört, dass sie so gerne Gin mögen!“ Queen Mum soll daraufhin geantwortet habe: „Ich wußte nicht, dass ich diesen Ruf genieße. Aber wenn dem so ist, dann gießen Sie mir doch ein ordentliches Glas voll!“ That’s the British kind of humour.

Sie blieb dem Wacholder-Schnaps auch treu, als er lange schon aus der Mode gekommen war. Im Jahre 1988 ernannte sie die Marke Gordon’s zum offiziellen Hoflieferanten. Das gilt auch für ihre Tochter, Queen Elisabeth II., deren Hoflieferant ebenfalls Gordon’s ist. In der Frühe trinkt die amtierende Queen zunächst einen Earl Grey Tee, doch gleich vor dem Lunch steigt sie auf Gin und Dubonnet um.

Ein berühmter Gin-Konsument war natürlich der berühmte US-amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway. Sein Favorit war ein trockener Martini – trockener denn trocken, sozusagen knochentrocken. Und zudem eisig kalt. Hemingway soll einmal geäußert haben, Cocktails müssten so kalt sein, dass das Anfassen des Glases unmöglich sei, ohne dass die Finger dabei abfrieren. Der Autor hatte eine eiserne Regel: Während des Schreibens blieb er abstinent. Dafür fanden die Drinks Einzug in seine Texte. Im Jahre 1951 veröffentlichte er eine kleine Novelle, in welcher ein geflügelter venezianischer Löwe nach Afrika geht. Dort lehnt das Raubtier es ab, Fleisch zu fressen, insbesondere Menschenfleisch. Dem italienischen Löwen steht der Sinn nach guter Pasta, die anderen Löwen mögen ihn deswegen nicht, also fliegt er nach Venedig zurück. Dort setzt er sich in die Harry’s Bar und bestellt trockenen Martini – mit Gordon’s Gin.

Apropos Martini: Der legendäre James Bond 007 liebt in jedem Bond-Streifen seinen Drink geschüttelt, nicht gerührt. Wohl kein anderer Cocktail in der gesamten Buch- und Film-Geschichte ist so bekannt wie Bonds Wodka Martini. James Bond-Schöpfer Ian Fleming ließ seinen Spion erstmals in „Casino Royal“ aus dem Jahr 1953 einen Dry Martini ordern. Für seine Leser erklärte er das Rezept wie folgt: „Drei Maß Gordon’s, ein Maß Wodka und ein halbes Maß Kina Lillet.“ Bond war selbst so begeistert von seiner Kreation, dass er ihn nach seiner damaligen Geliebten, Vesper Lynd, benannte. Seit 2011 wird der dieser spezielle Cocktail vom Internationalen Bartender-Verband als Vesper Martini geführt.

2017-10-18T10:05:55+01:00