Gin und Tonic

Gin und Tonic werden meist in einem Atemzug genannt. Auch als G&T bezeichnet, handelt es sich um einen klassischen Longdrink, bei dem die Spirituose mit dem kohlensäurehaltigen Filler direkt im Glas zubereitet wird.

Für einen guten Gin-Tonic bietet sich meist ein Mischverhältnis von 1:3 an – beispielsweise 40 ml Gin und 120 ml Tonic. Die Zutaten werden über die Eiswürfel gegossen und vorsichtig umgerührt. Wem das zu stark ist, sollte auf ein Verhältnis von 1 zu 4 ausweichen. Darunter wird jedoch der spezielle Gingeschmack zu sehr vom Tonic überlagert.

Je nach Gin kann nun mit Zitrone oder Limette garniert werden. Entweder mit einem in den Drink gegebenen kleineren, geschnittenen Stück oder einer dünnen, daumengroßen Schale. Alternativ wird G&T auch mit einer Gurkenscheibe als Deko abgerundet – wie etwa bei Hendrick’s. Exotische Gins wie der G-Vine Floraison werden am besten mit einer Orangenscheibe ergänzt. Einige wenige Gin Tonics – wie der mit Ferdinand’s Saar zubereitetete – kommen dagegen vorzugsweise ohne Einlage aus.

Vor dem Aufkommen von Super-Premium-Marken in den 1990er Jahren war in den englischsprachigen Ländern der Gordon’s fast ein Synonym für Gin and Tonic. Das lag daran, dass im vergangenen Jahrhundert Gordon’s Gin über Jahrzehnte der Marktführer bei internationalem Markengin war. Das hat sich in den letzten zwanzig Jahren massiv geändert.

Es gibt mehrere Tonic Hersteller, die man für die Zubereitung des beliebten Cocktails berücksichtigen sollte. Da ist zum einen der Schweppes mit viel Kohlensäure und einer kräftigen Bitterernote. Typisch für das weit verbreitete Tonic Water.

Der Fever Tree Mediterranean Tonic ist dagegen ein mildes Tonic mit jeder Menge Zitrusnoten und kaum Bitterkeit. Super geeignet für klassische Dry Gins mit viel Wacholderanteil, aber auch für kräftige Gins. Gerne genommen wird auch das klassische Fever Tree Indian Tonic, welches süße und bittere Eigenschaften kombiniert. Thomas Henry ist ein bitteres und kräftiges Tonic mit viel Zitrusnoten und Kohlensäure. Immer populärer werden auch die Tonics von Fentimans and 1724.

Übrigens ist Gin Tonic schon in die Kunstgeschichte eingegangen. Natürlich handelt es sich dabei um ein Werk des britischen und etwas exzentrischen Künstlerpaars Gilbert & George. Es heißt „Gordon’s makes us drunk“ und zeigt die beiden Performance-Künstler, wie sie an einem runden Tisch sitzen und Gin und Tonic zusprechen. Zwölf Minuten lang stellen sie sich in dem Film originelle Fragen zu verschiedenen Themen. Immer wieder wird der Satz „Gordon’s makes us drunk“ wiederholt.

Wer sich übrigens wie die beiden in der Öffentlichkeit als Gin Tonic-Fan outet, sollte im Hinterkopf haben, was eine Studie vor wenigen Jahren ans Licht brachte: Bitterstoffe sind insbesondere bei Psychopathen und Sadisten beliebt… Wer also gerne mit dem Drink in der Hand an der Strandbar steht, sollte sich fragen, ob er nicht heimlich zu Aggressionen, zu Unterdrückung oder Demütigung anderer neigt. Alles Quatsch? Möglich, denn vielleicht hängt es nur davon ab, wie viele Gin Tonics man hintereinander trinkt. Alkohol senkt bekanntlich die Hemmschwelle. Irgendwann weiß dann auch das sanfteste Wesen nicht mehr, was es tut.

2017-10-13T12:02:59+02:00