Gin Gläser

Das Auge isst bekanntlich mit. Aber genauso gerne verweilt es auf einem gekonnt gemachten Drink.

Vor dem ersten Schluck ist es einfach ein Genuss, das kleine Kunstwerk aus Farben, die zuweilen ineinander laufen, aus Dekor – Fruchtscheiben, Schalen, Oliven, Schirmchen – sowie aufsteigender Kohlensäure oder übereinander geschichteten Eiswürfeln zu betrachten. Und das Ganze wirkt rundum nur gelungen, wenn es in der richtigen Form, sprich: dem Glas, präsentiert wird. Es gibt eine simple Faustregel:
Das ideale Glas ist farblos, liegt fest in der Hand und hält den Cocktail so lange es geht kühl. That’s it.

Dennoch erfordert die große Palette verschiedener Gin-Cocktails ein entsprechendes Sortiment an Gläsern. Ein Martini kann nicht in demselben Glas serviert werden wie etwa ein Singapur Sling. Dazwischen liegen Welten. Denn die einzelnen Glas-Typen wecken ganz unterschiedliche Assoziationen: So tauchen mit dem Fancyglas und seinem leicht bauchig geschwungenen Kelch vor dem geistigen Auge tropische Strände auf, warme Gefilde also, in denen ein Cocktail immer erfrischend und kühlend sein soll. Der Tumbler, auch Becher- oder Whiskeyglas genannt, mit seinem dicken, flachen Boden und der schlichten Form, wird eher mit Clubsesseln vor einem prasselnden Kamin in Zusammenhang gebracht denn mit Sandstrandromantik.

Tumbler gibt es in diversen Größen und Arten. Das Angebot reicht von ganz schlicht und eher gedrungen über verziert bis hin zum Highball- und Collins-Glas sowie Double-Old-Fashioned-Glas, welches ein großer Tumbler ist. Drinks, die in einem Tumbler serviert werden, enthalten meist Eiswürfel oder zumindest Eisstückchen. Sie sind also „on the rocks“. Typische Cocktails im Tumbler sind Gin Sour, Negroni, Gin Basil Smash, Bramble und der Raspberry Thyme Smash.

Zur Gruppe der Tumbler kann auch das Longdrinkglas gezählt werden. Es ist jedoch schlanker und höher – und ist damit eng mit dem Highball-Glas verwandt. Ob es sich um einen Longdrink- oder einen Highball-Cocktail handelt, zeigt sich in der Art des Servierens. Bei einem Longdrink wird zumeist der Rest des „Fillers“, also Saft oder Soda, in einer kleinen Flasche dazu gereicht, während der Drink im Highball fertig gemixt ist. Populäre Gin-Longdrinks sind unter anderem der Collins, Gin Tonic und Long Island Iced Tea mit Gin.

Bei vielen Longdrinks kann das Longdrinkglas durch das Fancyglas ersetzt werden. Es ist auch unter Begriffen wie Hurricane-Glas, Exotic-Glas und Ballonglas bekannt. Bauchiger Kelch, kurzer Stiel und ein breiter Fuß sind seine typischen Kennzeichen. Besonders begehrt ist es für das Servieren tropischer Cocktails. Verschiedene Coladas und Batidas passen hervorragend in dieses Gefäß, wie der Singapore Sling, Scorpion Bowl oder der Tropical Orange.

Jetzt bleibt noch die Cocktailschale vorzustellen:
Mit dem langen Stiel, der in einer breiten Schale endet, hat dieses Glas etwas von einem eleganten Gewächs. Daneben kommen bei seinem Anblick nostalgische Gefühle auf, denn die Cocktailschale erinnert an die beliebten Sektschalen der 60er und 70er Jahre. Drinks mit sehr hohem Alkoholgehalt sind in ihr gut aufgehoben. Wie etwa der berühmte Martini – doch auch Gimlet, Bronx, Last Word, Aviation, Pink Lady und Vesper werden in der Cocktailschale gereicht.

Was ist nun aber mit Gin, der pur genossen wird – welches Glas bietet sich da an? Kenner raten zu einem Sektglas, da sich in diesem der Duft gut entwickeln kann…

2017-10-18T10:25:49+01:00