Bester Gin

Ein allgemeingültiger „bester Gin“ ist nicht bekannt. Vielleicht ist es sogar die spezielle Eigenart des Gins, dass er sich nicht klassifizieren lässt…

Schließlich verändert und entwickelt sich der Brand in einem rasanten Tempo, neue Geschmacksrichtungen, neue Sorten entstehen – und das ist auch gut so für all jene, die in die Gin-Herstellung involviert sind oder die den Spirit einfach gerne genießen.

Jeder Gin-Liebhaber hat seine eigenen Vorlieben und schließlich wandeln diese sich ja auch. Je nach Tagesform, je nach Lebensphase variiert der persönliche Geschmack. Oder die äußeren Umstände diktieren, welcher Cocktail gerade passend wäre. An warmen Abenden schmeckt ein fruchtiger Longdrink wie der Tom Collins oder der Gimlet besonderes gut. Wenn es dagegen draußen stürmt, schneit und recht kühl ist, kann der Monkey Gland als wunderbarer Aperitif auf plüschigen Sesseln am Kamin das Herz erwärmen.

Und warum sollte nicht ein Gin mit ein wenig Lokalkolorit zum absoluten Favoriten werden? Deutschland hat sich inzwischen zu einer wahren Gin-Hochburg entwickelt. Mehr als 70 Gin-Sorten tummeln sich auf dem heimischen Markt, und ein Teil davon hat es sogar international zu Auszeichnungen und Anerkennung geschafft…Waren vor einigen Jahren noch The Duke Gin, Monkey 47 und ein paar andere die Vorreiter in Sachen deutscher Gin, hat sich gerade in den vergangenen drei bis vier Jahren der Markt heimischer Wacholderdestillate ziemlich erweitert. Besonders auffällig ist dabei, dass viele der neuen Produkte geographisch relativ genau abgesteckt werden können. Allen voran rangiert Süddeutschland mit Fokus auf Bayern und als zweiter Hot Spot für deutschen Gin gilt das hanseatische Hamburg.

Aber nun zieht auch der Westen nach…Fangen wir doch einmal ganz selbstbewusst mit dem R[h]eingin an, der seinen Namen von Deutschlands legendärem Fluss bezieht. Das rheinische Düsseldorf ist die Heimat dieses Gins, der ausschließlich auf unterschiedlichen Arten von Wacholderbeeren basiert.

Der R[h]eingin ist neu auf dem Markt, er kommt frisch, ja, cool daher und repräsentiert eine Metropole, die modern ist, stilsicher und modisch up-to-date. Er wird an den „in“-Bars der Stadt angeboten, wo sich Werber, Künstler und Medienmacher zum After-work-Drink treffen.

Ein Lokalmatador ist ebenfalls der Friedrichs Dry Gin mit 45% vol., der aus dem westfälischen Oelde stammt. Ein deutscher Dry Gin, der seinen speziellen Geschmack aus Curaçaoschale, Süßholzwurzel, Rosmarin, Sternanis, Orangen-, Jasmin- und Lavendelblüten bezieht. Doch auch der Osten Deutschlands holt auf: beispielsweise mit dem Lyonel Dry Gin aus der Goethe-Stadt Weimar. Mit Gin lässt sich auch so etwas wie Heimatgefühl entwickeln – und für wen sind die heimatlichen Lande nicht auch das Beste?

Für manch einen mag der beste Gin vor allem der sein, der am meisten kostet… Hier sei der Adler Berlin Gin angeführt: Für die Menge von 4cl muss man sage und schreibe 88 Euro berappen! Bei diesem edlen Getränk handelt es sich um eine limitierte Ausgabe mit handgepflückten Botanicals. Schon die Aufmachung zeigt sich exquisit – die Flasche für diesen Gin wurde in einer Berliner Porzellan Manufaktur hergestellt. In einer weltweit limitierten Auflage von nur 500 Stück…

2017-10-13T12:01:43+02:00