Gin als Aperitif oder Digestif

Aperitif leitet sich vom lateinischen aperire ab, was bekanntlich öffnen heißt.

Der gesellige Abend wird mit einem entsprechenden Getränk eröffnet, das Büffet wird eröffnet und damit das Dinner – der Mund öffnet sich zum Essen, die Sinne öffnen sich dem Genuss. Allem voran beginnt dies eben mit dem Aperitif. Er ist der Appetitanreger, er stimmt auf das ein, was kommt. Bei Gesellschaften hat er zudem eine soziale Funktion: mit dem Aperitif in der Hand gehen die Gäste ungezwungener miteinander um, der Alkohol lockert die Zunge, macht gesprächiger. Damit der erste Hunger gestillt wird, können Oliven, Crostini oder Grissini mit Dips gereicht werden.

Aber auch kleine Häppchen wirken zunächst sättigend. Champagner, Sekt, Weine, Sherry und leichte Cocktails sind die üblichen Aperitifs – es kommt ganz auf die Region und ihre Vorlieben an. Überhaupt entstammt die Gewohnheit, vor dem Essen einen Drink zu nehmen, der französischen und italienischen Kochtradition. Pastis ist in Frankreich das typische Getränk vor dem Essen. Denn dieses sollte herb oder bitter sein, da genau das den Appetit anregt. Und bitte keine Drinks mit Milch oder Ei! Beides hat eine gegenteilige – also stark appetithemmende – Wirkung.

Leichte Longdrinks wie der Gin Tonic eignen sich hervorragend als Aperitif. Eine Gurkenscheibe mildert die Bitterkeit des Drinks und gilt als neues „Muss“ bei diesem Mix. Ein frisches, knackiges Menü, welches die bitteren Noten des Aperitifs in angenehmem Maße aufgreift, wäre die perfekte Wahl nach einem Start mit Gin Tonic. Als Vorspeise würde sich sehr gut ein kleines Gericht mit Chicorée, Zucchini, Radicchio oder Rucola eignen. Ganz zum Schluss wären etwa karamellisierte Grapefruits ein gelungener Abschluss.

Mit seinem herben Geschmack ist auch der Martini ein exzellenter Aperitif. Die Olive im Getränk korrespondiert wunderbar mit dargereichten Oliven als Snack – der Martini Dry und seine Variationen sind also erste Wahl vor dem Essen. Eine weitere Gin-Alternative ist der Negroni mit seiner bitter-süssen Note.

Als Einstimmung auf die ganz lange Party-Nacht, die mit einem leichten Essen startet, wäre der London Fog mit seiner Mischung aus Gin, Absinth und Limette zu empfehlen. Schon seine intensive Farbe macht Lust auf alles, was im Anschluss kommen mag. Ist sowieso ein Date in trauter Zweisamkeit geplant? Dann kann man mit dem Blue Eyes dem oder der anderen schöne Augen machen… Danach schmeckt es nochmal besser.

Das Gegenstück zum Aperitif ist der Digestif. Er soll also nicht den Hunger ankurbeln, sondern nach dem Essen die Verdauung anregen. Nach einer schweren oder fettigen Mahlzeit wird vielfach ein Schnaps gereicht, oftmals ein Kräuterschnaps oder -likör. Dieser ist besonders fördernd für die Verdauung und sorgt dafür, dass das Völlegefühl etwas nachlässt. Weiterhin sind Rum, andere Liköre, Portweine und Obstbrände geeignete Digestifs.

Als After-Dinner-Drinks werden zudem schwerere, süße Cocktails bevorzugt – und hier kommt erneut der Gin ins Spiel. Als Digestif würden sich etwa Alexandra (Gin, Creme de Cacao (braun), flüssige Schlagsahne), Gin Daisy (Gin, Zitronensaft, Grenadinesirup, Rohrzucker, Sodawasser), Green Devil (Gin, Creme de Menthe (grün), Lime Juice), Ladykiller (Gin, Cointreau, Apricot Brandy, Maracujanektar, Ananassaft), Singapore Sling (Gin, Cherry Heering, Zitronensaft, Grenadinesirup, Sodawasser) oder Tom Collins (Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Eiweiß, Sodawasser) anbieten. Bei diesen gehaltvollen Cocktails braucht es kein Dessert mehr…

2017-10-18T10:30:15+01:00